Auf den Zahn gefühlt

Zahnhygiene bei Hund und Katze

Bei allen Hunden und Katzen entwickelt sich im Laufe der Zeit Plaque und Zahnstein.

Je nach Futterzusammensetzung, Kaugewohnheiten, Speichelzusammensetzung und genetischer Disposition variiert die Menge an Zahnstein, die sich im Laufe der Jahre ansammelt. Plaque und Zahnstein führen bei unseren Haustieren zu Zahnproblemen und Zahnverlust. Mit einer guten Zahnprophylaxe können Sie viel zur Gesundheit Ihres Tieres beitragen.

Zahnbelag und Zahnstein

Durch Futterreste, Speichel und Bakterien bildet sich ein Biofilm auf den Zähnen, die Plaque.

Die Plaque ist ein weisslicher, 1 – 2 mm dicker Zahnbelag und hat eine ähnliche Farbe wie der Zahnschmelz. Deshalb wird er von den Tierbesitzern oft nicht wahrgenommen. Plaque bildet sich innerhalb von wenigen Stunden und kann nicht mit Wasser abgewischt werden.

Wird die Plaque nicht regelmässig durch Zähne putzen entfernt, lagern sich Mineralien ein und es bildet sich Zahnstein. Dies geschieht bereits nach 24 bis 48 Stunden. Der zunächst weisse Zahnstein verfärbt sich gelbich und bräunlich und ist vor allem an den Fang- und Backenzähnen gut sichtbar.

Zahnfleischentzündung (Gingivitis)

Je dicker die Plaque wird, desto mehr vermehren sich gramnegative, anaerobe Bakterien. Diese Bakterien produzieren Endotoxine, welche eine Zahnfleischentzündung auslösen. Anzeichen einer Zahnfleischentzündung sind eine Rötung und Schwellung des Zahnfleisches. Am Anfang ist dies schmerzlos. Erst wenn die Entzündung fortschreitet, können Blutungen am Zahnfleischrand auftreten und Schmerzen verursachen. Zudem tritt Mundgeruch auf. Die Zahnfleischentzündung ist ein reversibler Prozess und kann mit einer Zahnreinigung gut behandelt werden.

Parodontitis

Weitet sich die Entzündung des Zahnfleisches auf den Zahnhalteapparat aus, wird dies als Parodontitis bezeichnet. Ein wichtiges Anzeichen ist die Vertiefung der Zahnfleischtasche. Das Zahnfleisch bildet sich zurück und Zahnhälse werden freigesetzt, welche schmerzempfindlich sind. Unbehandelt führt die fortschreitende Entzündung zum Verlust des Zahnes.

Einfluss auf den gesamten Körper

Durch die chronische Entzündung können Bakterien und deren Toxine über das Zahnfleisch in den Blutkreislauf gelangen und weitere Krankheiten verursachen.

Zahnfleischentzündungen und resorptive Läsionen bei der Katze

Katzen sind anfällig für Entzündungen des Zahnfleisches und der Maulschleimhaut (Gingivostomatitis). Die Krankheit ist noch nicht vollständig verstanden. Mögliche Ursachen können ein Plaquebefall, Störung des Immunsystems, Viren, Bakterien und metabolische Erkrankungen wie Diabetes sein. Zudem leiden sehr viele Katzen an resorptiven Läsionen. Dabei entstehen Löcher im Zahn, zum Teil wird die ganze Zahnwurzel angegriffen und aufgelöst.

Zahnerkrankungen sind sehr schmerzhaft. Bei unseren Lieblingen können Zahnschmerzen jedoch schwierig zu erkennen sein.

Folgende Anzeichen können einen Hinweis auf Zahnprobleme geben:

  • Trockenfutter wird nicht mehr gerne gefressen
  • Beim Kauen fällt das Futter wieder aus dem Maul
  • Einseitiges Kauen
  • Kopfscheu
  • Vermehrtes Speicheln
  • Schwellung im Kopfbereich
  • Mundgeruch
  • Zähneknirschen

Wenn der Verdacht auf eine Zahnerkrankung besteht, sollte das Tier beim Tierarzt untersucht werden. Bei einer starken Zahnfleischentzündung und starkem Zahnsteinbefall wird eine gründliche Zahnreinigung in Vollnarkose empfohlen. Bei einem schmerzhaften Zahn gibt ein Zahnröntgen Aufschluss darüber, ob die Zahnwurzeln entzündet sind und ob ein Zahn extrahiert werden sollte.

Vorbeugung von Zahnerkrankungen

Tägliches Zähneputzen:

  • Am Wirkungsvollsten ist das tägliche Zähneputzen mit einer speziellen Tierzahnpasta.
  • Benutzen Sie einen Fingeraufsatz oder eine kleine Zahnbürste, um auch die hinteren Backenzähne gut reinigen zu können. Hunde tolerieren das Zähneputzen im Gegensatz zu Katzen meistens sehr gut.
  • Wenn Sie ihren kleinen Welpen schon von klein an daran gewöhnen, kann das Zähneputzen zum täglichen Ritual werden. Aber auch schon 2 – 3 Mal pro Woche bringt einen grossen Effekt für eine bessere Zahngesundheit.
  • Benutzen Sie nicht die eigene Zahnpasta, da die Tiere das Maul nicht spülen können und somit ein grosser Teil der Paste mit Fluorid abgeschluckt wird. Dies ist gesundheitsschädigend.

Kaustengel

  • Es gibt diverse Kaustengel im Angebot, welche bei täglicher Verabreichung die Bildung von Plaque und Zahnstein vermindern.

Mundspülungen

  • Zusätze ins Trinkwasser können die Mund- und Zahnhygiene bei Hunden und Katzen verbessern.

Futter

  • Trockenfutter hat eine bessere mechanische Reinigungskraft als Weichfutter. Zudem gibt es verschiedene Spezialfutter auf dem Markt, welche die Bildung von Plaque und Zahnstein reduzieren.

Belohnungsguetzli

  • Für Hunde und auch für Katzen gibt es spezielle Belohnungsguetzli, welche durch längeres Kauen eine mechanische Reinigung der Zähne verursacht und somit auch einem Zahnsteinbefall vorbeugt.

Zuckerfrei

  • Achten Sie darauf, dass das Futter Ihres Tieres möglichst wenig Zucker beinhaltet.