Wenn Hunde reisen

Wir gehen mit unserem Hund zwei Wochen in die Sommerferien. Was muss ich vorher abklären?

Der Hund ist wie ein Familienmitglied und es macht Freude, die Ferien so zu planen, dass auch der Hund mitkommen kann. Einige Fragen sollten vorher geklärt werden.

Ist der Ferienort auch für den Hund geeignet?

Sobald sie sich für eine Reisedestination entschieden haben, sollten sie sich beim Tierarzt oder beim Bundesamt für Veterinärwesen informieren, ob das Land tollwutfrei ist. Für Länder mit Tollwutrisiko braucht es eine lange Vorbereitungszeit für die Ein- und Wiedereinreise in die Schweiz und sollte mit dem Tierarzt mindestens ein halbes Jahr im Voraus geplant werden. Klären sie zudem ab, ob Hunde am Feriendomizil und zum Beispiel auch am geplanten Strand erlaubt sind. Gewisse Länder haben spezielle Vorschriften betreffend Leinen- und Maulkorbpflicht. Auch existieren in einigen Ländern ein Einreiseverbot für sogenannte gefährliche Hunde.

Welches Transportmittel ist ideal?

Reisen ist auch immer mit einem gewissen Stress verbunden. Planen sie das Transportmittel und die Reiseroute so, dass es auch ihrem Hund gefällt. Nehmen sie auf die Reise vertraute Gegenstände und das gewohnte Futter mit. Ein plötzlicher Futterwechsel kann zu Verdauungsproblemen führen. Bei ängstlichen Tieren können pflanzliche Medikamente oder beruhigende Pheromonpräparate Sicherheit verschaffen.

Mit dem Auto unterwegs

Das Reisen mit dem Auto ist sicher am idealsten. Die Reiseroute und die Reisedauer kann individuell geplant werden. Der Hund muss in eine genügend grosse Reisebox oder hinter einem Gitter untergebracht werden. Das Klima im Auto sollte so eingestellt sein, dass auch dem Hund wohl ist. Planen sie alle 2 – 3 Stunden einen Stopp, damit ihr Hund einen kurzen Spaziergang, sich versäubern und Wasser trinken kann. Wenn es heiss ist, lassen sie den Hund nie im Auto. Innert Minuten kann es im Autoinnern über 80 Grad heiss werden. Denken sie daran, dass auch ihr Hund reisekrank werden kann. Üben sie vor den Ferien einige längere Autofahrten. Beim Tierarzt können Sie – wenn nötig – Medikamente gegen Reiseübelkeit holen.

Unterwegs mit der Bahn

Eine Zugfahrt von bis zu 4 Stunden sollte kein Problem sein. Längere Bahnreisen können jedoch stressig sein, zum Beispiel wenn der Hund sich versäubern muss. Für kleine Hunde ist eine Transportbox ideal. Die Box kann mit einer Windel ausgelegt sein. Für grössere Hunde können sie eine Liegedecke mitnehmen. Haushaltpapier und Kotbeutel sollten für alle Fälle mit dabei sein. Nehmen sie einen Wasserbehälter mit, damit ihr Hund ab und zu trinken kann.  Als Tierhalter haben sie die Pflicht dafür zu sorgen, dass sich die anderen Fahrgäste nicht gestört fühlen. Üben sie regelmässig Zugfahrten mit ihrem Hund, damit er sich daran gewöhnt. Gedränge im Zug und Hitze sind nicht ideal, Stosszeiten sind unbedingt vermeiden. Je nach Land gibt es auch wieder spezielle Vorschriften, die vor der Reise abzuklären sind, zum Beispiel eine Maulkorbpflicht im Zug.

Mit dem Flugzeug in die Ferien

Je nach Gewicht und Grösse kann der Hund mit in die Kabine oder muss in den Frachtraum des Flugzeugs untergebracht werden. Bei der Swiss gilt die Grenze von 8 kg inklusive Transportbox. Informieren Sie sich früh genug direkt bei der Fluggesellschaft. Kurze Flüge mit einem kleinen Hund sind in der Regel problemlos. Für grössere Hunde im Frachtraum ist der Reisestress meiner Ansicht nach zu gross. Da organisiert man für seinen Hund lieber eine liebevolle Betreuung daheim. Denken Sie daran, dass auch Hunde während dem Fliegen Ohrendruck bekommen können. Einen Kaustengel kann beim Starten und Landen Abhilfe verschaffen.

Reisedokumente

Bevor sie eine Reise antreten, sollten sie immer den Impfausweis Ihres Tieres kontrollieren. Für jeden Grenzübertritt, auch wenn es nur einen Tagesausflug nach Deutschland ist, braucht ihr Hund folgendes:

  • Heimtierpass
  • Gültige Tollwutimpfung
  • Chip

Informieren sie sich mindestens 1 Monat vor jeder neuen geplanten Reise in Ihrer Tierarztpraxis. Gewisse Länder wie zum Beispiel England und Norwegen haben zusätzlich spezielle Anforderungen.

Reisekrankheiten

In den südlichen Ländern um das Mittelmeer gibt es Krankheiten (Leishmaniose, Babesiose, Herzwurm), welche von Mücken und Zecken übertragen werden. Ein guter Parasitenschutz oder spezielle Impfungen können diese Reisekrankheiten gut vorbeugen. Nach den Ferien im Süden sollte man den Hund immer prophylaktisch mit einem entsprechenden Wurmmittel gegen Herzwurm behandeln.

Reiseapotheke

Lassen sie sich mit Hilfe Ihres Tierarztes eine gute Reiseapotheke für Ihren Hund zusammenstellen. Falls ihr Hund regelmässig Medikamente einnimmt, nehmen Sie genügend Vorrat mit in die Ferien. Informieren sie sich vor der Reise, ob es in der Nähe ihres Ferienziels eine Tierarztpraxis gibt.

So könnte die Apotheke ausgerüstet sein:

  • Parasitenschutz
  • Entwurmungsmittel
  • Verbandsmaterial
  • Desinfektionsmittel
  • Pinzette
  • Zeckenpinzette
  • Schmerzmittel
  • Medikamente gegen Durchfall
  • Ohrreiniger
  • Prophylaxe gegen Reiseübelkeit
  • Pflanzliches Beruhigungsmittel

Praktische Links:

www.blv.admin.ch – Reisen mit Heimtieren
          Alle Informationen rund um die Reisebestimmungen für
          Heimtiere sind auf der Homepage vom Bundesamt für
          Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen aufgeführt.

          Online – Hilfe: Mit Hund, Katze oder Frettchen über die
          Grenze.

www.escaap.ch – Reisetest

         Alle Informationen zum richtigen Parasitenschutz für
         jedes Land

Impfungen

Eine regelmässige und durchdachte Impfprophylaxe ist sehr wichtig für die Gesundheit Ihres Haustieres. Wir halten wir uns an die aktuelle Empfehlung des Tierspitals Zürich. Informieren Sie sich insbesondere auch frühzeitig zur Vorsorge bei Auslandreisen. Je nach Reiseziel sollte Ihr Tier prophylaktisch vor parasitären Erkrankungen im Reiseland geschützt werden und in jedem Fall gegen Tollwut …