Der Lungenwurm, ein fieser Parasit

Gefährlicher Lungenwurm

In der Schweiz stecken sich immer wieder Hunde mit dem gefährlichen Lungenwurm (Angiostrongylus vasorum) an. Überträger sind Schnecken, welche im Gras oder oft an Grashalmen kleben. Was viele nicht wissen: Wenn Hunde Schnecken oder Gras fressen, können sie sich mit dem Lungenwurm anstecken. Die Symptome bleiben oft lange unerkannt. Unbehandelt kann die Lungenwurminfektion jedoch fatale Folgen haben.

Zyklus

Sowohl Hunde wie auch Füchse stecken sich mit dem Lungenwurm an, indem sie infizierte Schnecken oder den Schleim von Schnecken fressen. Nach der Aufnahme wandern die Larven durch die Dünndarmwand in die Lymphknoten. Weiter gelangen sie in die Leber, durch die Hohlvene ins rechte Herz und zum Schluss in die Lungenarterien. Dort sitzen die ausgewachsenen Lungenwürmer und können bis zu 2.5 cm lang werden. Die Weibchen legen Eier ab, aus welchen sich wieder Larven entwickeln. Die Larven wandern den Luftwegen entlang empor, werden abgeschluckt und gelangen somit wieder in den Verdauungstrakt. Die Larven werden durch den Kot ausgeschieden und von Schnecken aufgenommen. So schliesst sich der Zyklus. Die Larven im Kot sind von blossem Auge nicht erkennbar.

Krankheitssymptome

Hunde jeden Alters können betroffen sein. Die infizierten Vierbeiner können beschwerdefrei sein oder milde bis zu lebensbedrohliche Symptome aufweisen. Junge Hunde erkranken in der Regel stärker als ältere. Die in den Lungenarterien oder im rechten Herzen sitzenden Würmer lösen eine Immunreaktion und Entzündung aus und können die Blutgefässe verstopfen. Dadurch entstehen ganz unterschiedliche Symptome. Sowohl die Lunge, wie auch das Herz, die Blutgerinnung und das Nervensystem können betroffen sein.

Die häufigsten Symptome sind:

  • Chronischer Husten
  • Atemnot
  • Leistungsschwäche
  • Ohnmachtsanfälle
  • Nasenblutung
  • Erhöhte Blutungsneigung
  • Lahmheiten
  • Muskelzittern
  • Lähmungen
  • Lokal schmerzhafte Wirbelsäule
  • Erbrechen
  • Durchfall

Nachweis

Die Lungenwürmer können entweder im Kot oder im Blut nachgewiesen werden. Für die Untersuchung im Kot sind Proben von drei aufeinander folgenden Tagen nötig, da die Ausscheidung der Parasiten unregelmässig ist.  Ein allgemeiner Blutscheck und Röntgenbilder der Lunge sind wichtige zusätzliche Untersuchungen, um das Ausmass der Erkrankung festzustellen.

Behandlung

Um den Lungenwurm zu bekämpfen, stehen verschiedene Antiparasitenmittel in Tablettenform oder Spot-on-Präparate zur Verfügung, welche man auf die Haut aufträgt. Bei einem starken Lungenwurmbefall, führen die absterbenden Parasiten unter Umständen zu  heftigen Reaktionen. Zu Beginn der Therapie ist daher eine intensive Überwachung des Vierbeiners mit absoluter Boxenruhe oft nötig.

Wird ein Lungenwurmbefall früh erkannt, ist die Prognose sehr gut und der Hund kann vollständig geheilt werden.

Vorsichtsmassnahmen

  • Regelmässig entwurmen
  • Keine Schnecken oder Gras fressen lassen
  • Bei hohem Risiko regelmässig testen

Weitere Informationen

www.escaap.ch

Wenns die Tiere juckt

Allergien bei unseren Haustieren

Unsere Hunde und Katzen leiden zunehmend an Allergien. Am häufigsten führen Allergien zu Juckreiz und dadurch zu chronischen Hautproblemen. Die Hunde haben oft generalisierten Juckreiz, wobei die Katzen sich mehrheitlich am Kopf oder Nacken kratzen.

Juckreiz kann verschieden Ursachen haben. Ein Parasitenbefall, eine Hautinfektion, hormonelle Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion können genauso zu Hautproblemen und Juckreiz führen wie eine Allergie. Wird eine Allergie vermutet, braucht es viele Informationen und die Mitarbeit des Tierbesitzers, um der Ursache der Allergie auf die Spur zu kommen. Beobachtungen, was daheim geändert wurde, ob das Futter gewechselt wurde oder ob die Beschwerden saisonal auftreten sind sehr wichtige Hinweise. Oft kommt der Tierarzt erst durch ein Ausschlussverfahren zur Diagnose. Wichtig dabei ist ein strukturiertes Testverfahren, die Mitarbeit der Tierbesitzer und regelmässigen Nachkontrollen in der Praxis.

Allergieursachen können in drei grosse Hauptkategorien eingeteilt werden.

  1. Parasiten (Flohbissallergie)
  2. Futtermittelallergien
  3. Umweltallergien (Atopie)

Parasiten sind die häufigsten Ursachen von Juckreiz bei unseren Haustieren. Eine konsequent durchgeführte Parasitenbehandlung ist sehr wichtig, um diese Ursache auszuschliessen.

Falls der Juckreiz weiter besteht, sollte unbedingt eine Futtermittelallergie ausgeschlossen werden. Am häufigsten verursachen Futtermittel wie Rind, Fisch oder Huhn Probleme.

Eine Futtermittelallergie kann sich auch erst nach Jahren entwickeln. Das häufigste Anzeichen ist Juckreiz. Dies führt zu Haarverlust und Hautrötungen. Manche Tiere haben auch chronischen Durchfall oder Erbrechen. Der einzig verlässliche Test besteht darin, eine Ausschlussdiät über 8 Wochen durchzuführen. Dafür wählt man ein Futter mit einer Protein- und Kohlehydratquelle aus, mit welcher der Patient noch nie Kontakt hatte. Dazu gibt es mittlerweile viele Produkte auf dem Markt, welche spezielle Fleischsorten wie Wild, Strauss oder Känguru anbieten. Zudem gibt es auch spezielle Allergikerfutter mit aufgespaltenem (hydrolysiertem) Protein. Der Körper reagiert dadurch nicht mehr mit einer Allergiereaktion.

Eine anschliessend vorgenommene Provokationsdiät mit dem alten Futter bestätigt bei wiederkehrenden Symptomen eine Futtermittelallergie.

Falls der Juckreiz und die Hautsymptome trotz des Futterwechsels weiter bestehen bleiben, handelt es sich wahrscheinlich um eine Atopie, eine Allergie auf Umweltallergene.

Die Atopie ist die häufigste Hauterkrankung beim Hund und kann genetisch bedingt sein. Rassen wie der Westhighland White Terrier, der Boxer oder Bulldoggen sind vermehrt von dieser Krankheit betroffen. Der Körper produziert IgE Antikörper, welche gegen die Umweltallergene gerichtet sind. Oft erkranken die Tiere im Alter zwischen 6 Monate und 3 Jahren. Die Hunde zeigen Juckreiz, Hautrötungen oder haben chronische Ohrentzündungen. Durch den Juckreiz entstehen oft sekundäre bakterielle Infektionen oder Hefepilzinfektionen. Milder Juckreiz kann von den Tierbesitzern oft übersehen werden. Indirekte Hinweise auf Juckreiz kann vermehrtes Schlecken sein. Durch den Speichel verfärbt sich das Fell bräunlich rötlich. Bei Hunden mit weissem Fell ist dies sehr gut sichtbar. Am häufigsten sind die Veränderung an den Pfoten sichtbar, gefolgt von der Bauchunterseite, den Achseln und den Ohrmuscheln. Auch Katzen können an Atopie erkranken und leiden unter starkem Juckreiz mehrheitlich am Kopf und am Hals. Die Katzen kratzen sich, was zu Krustenbildungen und Hautinfektionen führt. Bestehen die Symptome hauptsächlich im Frühling oder Sommer könnte eine Pollenallergie die Ursache sein. Leidet der Patient das ganze Jahr über an Juckreiz, könnte es sich um eine Hausstaub- oder Futtermilbenallergie handeln.

Diagnose Atopie

Die Diagnose wird durch den Ausschluss anderer Erkrankungen, eines Parasitenbefalls, Hautinfektionen oder Futtermittelallergien gestellt. Die Vorgeschichte, die Entwicklung der Erkrankung und das Verteilungsmuster der Hautveränderungen sind zusätzliche Indizien.

Allergietest sind leider kein eindeutiger Beweis dafür, dass unser geliebtes Tier an einer Atopie leidet, da auch gesunde Hunde und Katzen auf Umweltallergene sensibilisert sind und dadurch positive Ergebnisse aufweisen können.

Therapie Atopie

Die Umweltallergene können wir nicht beeinflussen. Unsere Haustiere sind mit diesen Allergenen zum Teil täglich konfrontiert und der Juckreiz bleibt dauerhaft bestehen. Daher ist eine Behandlung mit Medikamenten und einer Immuntherapie meist unumgänglich.

Das älteste Medikament gegen allergische Reaktionen ist Kortison. Kortison hat jedoch Auswirkungen auf den gesamten Organismus und viele Nebenwirkungen wie vermehrtes Trinken, es belastet die Leber und kann eine Blutzuckererkankung auslösen. Mittlerweile gibt es neuere Medikamente gegen Allergien, welche die überschiessende Immunreaktion des Körpers spezifisch hemmen. Die Dosis kann, nachdem der Juckreiz aufhört, langsam reduziert werden. Ziel ist es immer, die geringste und nötigste Dosis herauszufinden, damit unser Liebling ohne Juckreiz ist. Seit zwei Jahren ist zudem eine Injektionstherapie mit einem Antikörper zugelassen, welcher den Botenstoff Interleukin-31 bindet. Interleukin-31 ist ein wichtiger Botenstoff des Immunsystems. Die Injektion erfolgt monatlich. Eine weitere Möglichkeit der Behandlung ist eine Immuntherapie. Durch Allergietests kann herausgefunden werden, welche Umweltallergene eine starke Immunantwort im Körper hervorrufen. Ziel ist es danach, eine individuelle auf ihr Tier abgestimmte Immuntherapie vom Labor herstellen zu lassen. Diese sogenannte Desensibilisierung hat zum Ziel, den Körper langsam wieder an die Allergene zu gewöhnen, welche im Körper eine überschiessende Immunreaktion hervorrufen. Der chronische Juckreiz nimmt ab und die Dosis der Medikamente können oft reduziert oder ganz abgesetzt werden.

Anzeichen von Allergiesymptomen bei unseren Vierbeinern:

  • Juckreiz
  • Haarlose Stellen
  • Gerötete Pfoten beim Hund
  • Krusten im Kopf- oder Halsbereich bei der Katze
  • Chronische Ohrentzündungen
  • Durchfall
  • Erbrechen